Einfach oder schwer

Ich sehe gerade aus
Oft der einfachste Weg
Jemanden aus dem Wege zu gehen
Ich sehe nicht hinüber
Und denoch sehe ich Dich
Ich rede mir ein
Es ist vorüber
Doch Du bist immer noch da
Ich rufe Dich nicht an
Und dennoch höre ich
Deine Stimme ganz nah
An meinem Ohr
Ich rede mir ein
Daß ich nichts mehr fühle
Und doch fühle ich Deinen Blick
Auf mich ruhen
Du bist immer da
Da wo ich gerade bin
Eine ständige Begleiterin
In meinem Gefühlsleben
Und das gibt mir das Gefühl
Der Zweisamkeit
Ich möchte Dich nicht missen
Obwohl Du nur ein Trugbild
In meinem Kopf bist
Entsprungen aus meinem Herz
Vieleicht heilt die Zeit
Auch die Wunde
Die zwischen uns ist
So daß Du Wirklichkeit wirst

 

Dein… oder Ich liebe Dich

Dein Geist
Verzaubert mich
Deine Augen
Verhexen mich
Dein Charme
Erschlägt mich
Deine Beine
Umschlingen mich
Deine Arme
Umfassen mich
Dein Mund
Küßt mich
Dein Witz
Erheitert mich
Deine Stimme
Erleichtert mich
Dein Lachen
Erfüllt mich
Dein Geruch
Betört mich
Deine Haut
Erweicht mich
Deine Sorgen
Berühren mich
Deine Probleme
Löse ich
Deine Wünsche
Erfülle ich
Deine Fragen
Beantworte ich
Dich
Begehre ich

 

Abschiede

Allein schon dieses Wort
Zwei in einem
Und doch eins
Erst das ab
Wie weg
Abgeschnitten
Getrennt von dem
Zudem es gehört
Und dann das scheiden
Sich scheiden lassen
Sich trennen
Wie wenn man
Einen Weg entlang geht
Und oder um dann
Sich an einer Weggabelung
Zu trennen
Sich von seinem bisherigen Leben
Zu verabschieden
Sich nicht wieder sieht
Entzwei
Jeder für sich allein
Auf sich gestellt
Allein mit sich
Mit seinem Gewissen
Problemen und Fragen
Keine Antworten
Keine Hilfe
Von diesem einem Menschen
Von dem man sie gerade
Am wichtigsten braucht
Man sie zu hören erträgt
Und sie auch befolgt
Nur von diesem einem Menschen
Der so viel für einen bedeutet
Doch nun an dieser Weggabelung
Sind sie getrennt

Verschieden ist das Wo
Das Wie und Wann
Das Warum oder Weshalb
Es ist einerlei
Abschied
Bedeutet Schmerz und Tränen
Bedeutet Verkümmerung
Des einen und des anderen
Da sie sind getrennt
Einen langen Weg gegangen
Über so manche Steine gestolpert
Und auch oft hingefallen
Dennoch immer wieder
Zusammen aufgestanden
Sich geholfen
Wieder Mut gegeben
Und das ist nun alles vorbei
Die schöne Zeit
Abschied
Man wollte so vieles sagen
Vieles miteinander tun
Doch nun
Man kann es nicht
Alles auf einmal
Zusammen geballt in einem
Es dem anderen sagen
Was will man da schon sagen
Was kann man da schon sagen
Und wie
Es verschlägt einem die Sprache
Macht einen stumm
Die schönen Augenblicke
Die man zusammen verlebt
Und erlebt hat
Fallen einen ein
Machen einen traurig
Da man sie nicht fassen kann
Den anderen mitteilen kann
So geht der Abschied vorüber
Und schmerzt nur noch mehr
Da man es nicht sagen konnte
Was man fühlte
Was der andere für einen bedeutet
Dann sitzt man da
Denkt nach
Versucht sich wieder
Auf die Reihe zu bekommen
Und scheitert kläglich
An diesem Versuch
Wartet bis die Zeit vorüber geht
Wartet auf ein Wiedersehen
Warte auf Dich

 

Espoir – Hoffnung

Einst sah ich ein Kind
Das radelte durch einen Park
Durch einen Park in Paris

Die Sonne schien
Und es blühte überall
Auch in diesem Park
Als ich einst ein Kind dort sah

Es fuhr frei und ungebunden
Über Wiesen und Hügel
Wie es wollte und konnte
Es formte ein Lächeln
Mit seinem Lippen
Und ein Strahlen erschien
In seinen Augen
Und in diesem Strahlen
Erschien die Welt
Als eine friedliche
Schöne Welt

Einst sah ich ein Kind

— Thema ist ein kleines Kind, das ich einst in Nord-Paris im Park sah

 

Versteh mich bitte

Versuche die erklären wie ich mich fühle
Ernten von Dir wenig Verständnis
Restlos ausgelaugt denk ich dann darüber nach
Sollte ich es nochmals wagen oder nicht
Treue ein markantes Wort spielt dabei auch eine Rolle
Entdecke wie ich wirklich bin
Halleluja wirst Du rufen wenn Du siehst wer ich bin

Manchmal ist es nie zuspät dafür
Ich würde mich freuen und Du
Chore des Glücks würden erklingen
Halte das Glück fest laß es nicht verschwinden

Bitte versuche zu verstehen auch wenn es schwer fällt
Ich werde auch meinen Teil dazu beitragen
Trau Dich mir zu vergeben
Träume den großen Traum mit mir
Erlöst von Zweifeln und Klagen werden wir dann sein

 

Eine Flasche

Eine Flasche
Ein flacher Hals
Ein dicker Bauch
Arme
Und Beine verkrüppelt
Verengt
Verwachsen
Zum Nichts
Nicht mehr vorhanden
Da sie nicht mehr
Notwendig sind
Halt eine Flasche
Zu nichts mehr zu gebrauchen
Nur noch zum Verbrauchen
Zum nicht Gebrauchen
Zum Dahinstellen im Regal
Das sie nicht beachtet werde
Zum Werfen
In den Müll
Zum Verbrauchen
Den Saft der Flasche zu trinken
Sie zum inhaltslosen Geschöpf zu machen
Um den Flaschenpfand zu kassieren
Zum Verschütten
Des Inhaltes
In den Dreck
Auf den Dreck
Dieser Welt
Zu dem Gemacht
Was sie ist
Der Schein
Den sie macht
Im richtigen Licht
Nicht wahr genommen
Verborgen in ihr selbst
Ist das was sie
Es
Wer oder was
Sie ist
Enttäuschen
Kann sie nicht
Zu dem gemacht
Was sie ist
Täuschen
Das kann sie
Sie ist halt das
Was sie ist
Nicht daran gedacht
Was sie sein könnte
So kann sie
Zur Flasche gemacht
Dennoch mehr sein
Als eine Flasche
Kann ein Leben
Erst möglich machen
Es bereichern
Es schützen
Oder erst zu dem machen
Was es sein sollte
Ein Leben
Alles durch eine Flasche
Das Innere gut versteckt
Verborgen in ihrem Flaschengewand
Die gläsernen Mauern
Sind dennoch auch
Zum Aufbrechen
Nicht nur zum Zerbrechen
Doch Vorsicht
Nicht daß
Das Innere im Sande versiegt
Versiegt durch das Unwissen
Anderer Gefühle
Oder an der Ungewißheit
Der eigenen
Die Flasche
Die sie vorher war
Ist sie nun nicht mehr
Die Gedanken
Gefühle
Die Taten
Zudem sie fähig ist
Sind nun freier und doch gebunden
Gebunden an ihre Vergangenheit
Und dennoch
Ihr Inneres
Das so lange eingekerkert
Verschollen
In den Tiefen
Der immer schwarzen Nacht war
Ist nun befreit
Und bereit aus den Schatten
Des gläsernen Gefängnisses zu treten
Um das zu sein
Was sie eigentlich
Schon immer war
Und ist
Aber nicht immer wußte
Doch ganz allein
Ohne schützende Hände
Die sie umgeben
Ist sie wieder verloren
Ist sie wieder eine Flasche
Wie jede andere auch

 

Dieses eine Bier

Eines Nachts saß ich da
In meinem Raum
Es war Sommer
Wind in meinem Haar
Bei Kerzenschein
Musik um mich herum
Und machte mir Gedanken
Über die Zukunft
Über meine Bekannten
Über mich
Und über die Liebe
Über Dich
Es war nach sechzig Tagen
Das erste Bier
Das ich trank
Ich wurde sentimental
Und herzenskrank
Es wurde mir klar
Was ich wollte
Ich wollte Dich
Ein bißchen Glück
Ein bißchen Freude
In meinem Schattendasein
Es wurde mir klar
Das kann nicht alles sein
Was Du für zu tun vermagst
Du verstehst mich
Ich kann mit Die reden
Und Du bist es
Die ich liebe
Und das alles wurde klar
Bei diesem einem Bier
Nach sechzig Tagen

 

Weg ins Glück

Wir sprachen miteinander
Zuerst durchs Telephone
Viele Worte über das Durcheinander
Halfen uns die Vergangenheit
Zu verstehen
Die zwischen uns war
Wir trafen uns
Bei einem Freund
Und gingen spazieren
Erzählten von uns
Fragten uns
Die Antworten die wir erhielten
Heilten einige Wunden
Doch nicht solche
Die tief und fest
In uns selbst
Verankert lagen
Doch die Zeit
Wird uns helfen
Auch die zu heilen
Ich brachte Dich nach Hause
Wie in alten Zeiten
Verließ dich am Abend
Nur weil deine Schwester kam
Sonst – so glaube ich
Unterhielten wir uns immer noch
Eins – das hoffe ich
Schreibe mir
Rede mit mir

 

Versuchen und Schaffen

Ein Lichtpunkt in der Ferne
Ein dunkles Loch ganz nah
Ein hell schimmernder Weg des Glücks
Eine verschmutzte Gasse des Unglücks
Musik der Zukunft in der Luft
Schreie der Vergangenheit in den Ohren

Blaue Bohnen und rotes Blut
Grüne Hoffnung und weiße Unschuld

Gut und schlecht und ein Schlächtiger
Klein und Groß und noch größer
Nichts und Alles und noch mehr

Gegensätze
Bedingungen und Reaktionen
Ziehen sich an und sind gleich
Alles ist möglich und möglich ist alles
Versuchen und Schaffen
Lieben und leben
Ein Versuch

Ich tu`s !

 

Ein Tag so wunderschön wie heute

Oh – ich kann ein Lied davon singen
Leute – Leute kommt vorbei
Ein – zwei – drei
Und schon ist vorbei
Vier – fünf – sechs
Und schon seit ihr zu Brei
Sieben – acht – neun
Noch ist es nicht vorbei
Zehn
Ich schieß auch durch die Tür
Ein Tag so wunderschön wie heute
So viel gutes liegt vor der Tür
Doch diese Schreie
Dieses Wimmern um Gnade
Das stört mich doch sehr
Aber ich bin kein Unmensch
Den Gnadenschuß
Das ist mein Geschenk
An euch – gute Leut

Saarbrücken, 13.05.1995, 22 h

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