Archiv für April 1994

In Mutter`s Schoß

Ein Beitrag zum Themengebiet Gedichte, geschrieben am 27. April 1994 von jop

In Mutter`s Schoß

Viele Jahre
Zusammen gelebt
Viele Jahre
Die gleiche Luft geatmet
Viele Jahre
Von einander gelernt
Viele Jahre
Die nun ein Ende gefunden haben
Die Zeit
Der elterlichen Heimat
Der Ort des Schutzes
Der Geborgenheit
Und des Streites
Ist nun vorbei
Die Zeit
Des Wandels
Und der Ruhelosigkeit
Ist nun gekommen
Und ich sitze da
Und vermisse
Mein altes Leben

27.04.1994, 20.30 Uhr, Munster

Des Lebens blind

Ein Beitrag zum Themengebiet Gedichte, geschrieben am 19. April 1994 von jop

Des Lebens blind

Auf einem Wege
Im ländlichen Gebiet
Gehe ich langsamen Schrittes
Dem Untergang des Tages entgegen
Sehe noch die Ruinen
Der vergangenen Zeit
Am Wegesrand liegen
Geflecht und vereinzelt Gestrüpp
Ränken sich um die Steine
Im dem letzten Licht des Tages
Gehe ich meinen Weg
Und sehe die Trümmer
Meiner Vergangenheit
Die Nacht
Der Mond und die Sterne
Sind noch nicht aufgegangen
In diesem Dämmerlicht
Setze ich einen Fuß
Vor dem anderen
Und hänge meinen Gedanken nach
Ohne deren Sinn zu verstehen
Wandle ich durch dieses Tal der Natur
Und lasse mich schließlich
Von der Dunkelheit der Nacht
Gefangen nehmen
Nur das schwache Licht
Der Himmelsgestirne
Ist mir zur Hilfe und leitet mir den Weg
Verloren in Gedanken
Verloren in Träumen
Unwissend des neuen Gebietes
In dessen ich gelang
Nicht sehend
Die Wunder der Natur
In diesem schönen Land
Wandle ich im Dunkel meines Weges
Mein Leben lang

19.04.1994, 20.30 Uhr, Munster, nach dem Buch von G. Sand „ Jeanne“

Tränen der Nacht

Ein Beitrag zum Themengebiet Gedichte, geschrieben am 11. April 1994 von jop

Tränen der Nacht

Es ist schwarz wie die Nacht
Der Wind bläst
Und Regen trommelt an das Fenster
Im Schein der Kerze
Stehe ich dort
Und weine lautlos
In mich hinein
In das Dunkel
Das übrigblieb
Meine Augen
Die nichts mehr sehen
Noch nicht einmal Dich
Sie tränen
Und die Tränen
Perlen der Erinnerung
Gebunden
Durch den unsichtbaren Faden
Unserer Zeit
Rollen
Rollen über mein Gesicht
Ich halte sie nicht auf
Lasse den Schmerz aus mich heraus
Und versuche zu fassen
Was geschehen ist
Versuche zu verstehen
Warum Du
Nicht mehr bist

11.04.1994, 21.12 Uhr, Munster

Sie und ich im Vollmond

Ein Beitrag zum Themengebiet Gedichte, geschrieben am 3. April 1994 von jop

Sie und ich im Vollmond

Der Vollmond füllt den ganzen Himmel aus
Mit seinem weißen weichem Licht
Das ich nicht von Ihrer Seite weiche
Der Vollmond strahlt Sie an
Sie strahlt mich an
Durch Ihr Lächeln
Ihre Augen
Haben die Farben des Herbstes
Und des Frühlings zu gleich
Mal braun
Mal grün
Vermischt mit gelb
Und Spuren von Gold
Ein Kuß von Ihren Lippen
Bringt mein Herz zum Erweichen
Sie hält meine Hand
Und ich fühle mich wunderbar
Die Wonne
Die in mir aufsteigt
Erreicht mein Herz
Es wird purpurrot
Und wenn ich den Vollmondkuß bekomme
Freue ich mich derart
Denn ich weis
Daß bald der Aufstehkuß folgt
Es sei noch gesagt
Dies ist kein Traum
Es wirklich so